25-jähriges Jubiläum des Landesfischereiverbandes

27.04. 2019

Landesfischereiverband feierte 25. Jähriges Jubiläum

Für alle diejenigen in Mecklenburg-Vorpommern, die in den Küstengewässern, Seen und Fließgewässern – sei es als Berufs- oder Freizeitfischer – dem Schuppenwild nachstellen oder die in Teichen oder Aquakultur Fischzucht betreiben, war der vergangene Sonnabend ein besonderer Tag. Im mecklenburgischen Spornitz wurde feierlich der 25. Gründungstag des Landesfischereiverbandes begangen. Der Einladung zu der Festveranstaltung waren nicht nur der Generalsekretär des Deutschen Fischereiverbandes, Dr. Peter Breckling, die Gründungsväter des Verbandes, Dr. Egon Schlieker und Peter Tackmann sowie die Spitzen befreundeter Verbände gefolgt. Auch die im Landtag vertretenen Parteien gratulierten.

Gruppenfoto mit Fischerkönigin (v.l.n.r. Christiane Berg, Präs. Norbert Kahlfuß, Dr. Wolfgang Weiß, Ehrenpräs. Dr. Egon Schlieker, Fischerkönigin Jeannette Dehmel, Werner Kuhn, Christian Brade, Dirk Lerche)

Verbandspräsident Norbert Kahlfuß nannte als Grund für das Auseinanderfallen des Datums des Mauerfalls und der Verbandgründung um fünf Jahre, dass sich die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern im vereinigten Deutschland zunächst völlig neu orientieren mussten. 1994 war es dann soweit, der Notwendigkeit Rechnung tragend, die Interessen der Fischerei mit einer Stimme zu vertreten, wurde der Landesfischereiverband aus der Taufe gehoben. Dem Motto folgend, „… dort, wo Einigkeit besteht, gemeinsam aufzutreten, wo keine Einigkeit besteht, zu versuchen einig zu werden und dort wo es keine Einigkeit gibt getrennt aufzutreten“ hat dieses ein Alleinstellungsmerkmal darstellende Zweckbündnis zwischen Berufs- und Freizeitfischern bis heute gehalten!

Schön, dass es den Landesfischereiverband gibt“, so begann Staatssekretär Dr. Jürgen Buchwald seine Laudation auf den Verband. Es sei eine Errungenschaft, dass es vor 25 Jahren gelungen sei, alle Sparten der Fischerei trotz teilweise konkurrierender Interessen unter einen Hut zu bekommen. Vieler Probleme hätten –unterschiedlicher Auffassungen zum Trotz – in konstruktiver Zusammenarbeit gelöst werden. Auf der Haben-Seite ständen dabei die Erarbeitung eines modernen Fischereirechts, die Regelung der Fischereiaufsicht, die Einführung des Touristenfischereischeins, die Durchführung von Besatzmaßnahmen sowie die Schaffung beratender Gremien (Fischereiabgabeausschuss, Fischereibeirat). Eine große Aufgabe der Zukunft bestehe darin, neben dem Fischfang weitere Standbeine für die Unternehmen zu entwickeln. Das Land Mecklenburg-Vorpommern bekenne sich zur Fischerei, die zur Wertschöpfung im ländlichen Raum beitrage und Identität stifte.

Dem pflichtete der Europaabgeordnete Werner Kuhn, seines Zeichens Stellvertretender Vorsitzender des Fischereiausschusses des Europäischen Parlaments, bei: Nichts wäre für den Tourismus schlimmer, als wenn das „Ambiente heimkehrender Fischerboote“ verloren ginge.

Dass der dem Landesfischereiverband angehörende Landesanglerverband in Mecklenburg-Vorpommern als Naturschutzverband eingetragen ist, sei für sie, so die Abg. Christiane Berg, ein wichtiges Argument in der öffentlichen Debatte mit bestimmten Naturschutzorganisationen, die versuchten, Nutzer natürlicher Ressourcen mit „gesteuerten Anfeindungen“ in Misskredit zu bringen. Aus der Sicht der Fraktion der CDU seien weitere artenschutzbedingte Einschränkungen der Berufs- und Angelfischerei kategorisch abzulehnen.

Abg. Dr. Wolfgang Weiß (DIE LINKE) äußerte Respekt für die insbesondere vom Landesanglerverband geleistete Bildungsarbeit, die unter dem Motto „Angeln macht Schule“ steht: Wenn die erfolgreich bestandene Jägerprüfung als „Grünes Abitur“ bezeichnet werde, dann sei der Angelschein wenigstens als „Blaue Mittlere Reife“ zu würdigen. Weiter hat er die im Rahmen der MSC-Zertifizierung erhobene Forderung aufgegriffen, jeglicher Beifang an Schweinswalen hätte zu unterblieben. Seine nicht ganz ernst gemeinte Antwort auf die Frage, wie das gewährleistet werden könne: „Um Beifang auszuschließen, sollten sich alle Fischer zur Ruhe setzen“.

Der Abg. Ralf Borschke (Freie Wähler/BMV) verwies darauf, dass es allen Einschränkungen der Fischerei zum Trotz immer weniger Fisch gebe. Über Jahrhunderte hinweg seien die Fischer pfleglich mit ihrer Existenzgrundlage – der Ressource Fisch - umgegangen. Erst seitdem Aktivisten des Umwelt- und Tierschutzes und die Medien das Thema entdeckt hätten, gehe es mit der Branche bergab. Das Beispiel für einen verfehlten Artenschutz hat er die Wiedervernässung des Anklamer Stadtbruches angeführt, wodurch zahlreichen seltenen Arten die Lebensgrundlage entzogen werde.

Abg. Drik Lerche (Fraktion der AfD) hat als Urheber solcher „dummen Ideen“ die in Großstädten lebenden Menschen identifiziert, die jegliche Beziehung zu den natürlichen Lebensgrundlagen und deren Nutzung als Nahrungsquelle verloren hätten. Als Beispiel führt er an, dass des „totaler Blödsinn und wider jegliche Vernunft“ sei, Besatzmaßnahmen mit Aalen durchzuführen, die dann als „Kormoranfutter“ dienten.

 

Quelle: Landtag MV

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