Gedenkveranstaltung zum 150. Geburtstag von Agnes Karll

Am 20. März hielt ich die Festrede zum 150. Geburtstag von Agnes Karll. Die Gedenkveranstaltung fand in Gadebusch in der St. Jakobus und Dionysius Kirche statt. Agnes Karll war die Reformerin der deutschen Krankenpflege. Sie wurde auf dem Gadebuscher Friedhof beigesetzt. Die Organisation der öffentlichen Feierstunde lag im Wesentlichen beim Vorsitzenden des Kultur- und Bildungsausschusses der Stadt Gadebusch, Herrn Klaus Leuchtemann. Die Schüler der Klasse 9d, des Gadebuscher Gymnasiums hatten sich aus Anlass des 150. Geburtstages von Agnes Karll in einem Projekt intensiv mit deren Wirken beschäftigt und begleiteten die Gedenkveranstaltung mit einer Ausstellung über ihr Leben. Pastor Schnepf spannte mit seiner Predigt einen interessanten Bogen von den Samaritern über Agnes Karll bis hin zur heutigen Pflege.

Meine Rede zum Nachlesen:

Rede anlässlich der Festveranstaltung zum 150. Geburtstag von Agnes Karll

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Howest, sehr geehrter Herr Leuchtemann, sehr geehrter Herr Pastor Schnepf, liebe Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums, meine sehr verehrten Damen und Herren,

 

 

2016, direkt nach der Landtagswahl war ich auf der Suche nach Räumen für mein Bürgerbüro in Gadebusch und wurde fündig in der Steinstraße 14.

Ein Schild am Gebäude macht darauf aufmerksam, dass in diesem Haus Carl Gottfried Metelmann, der Großonkel von Agnes Karll, von 1807 bis 1898 gelebt hat. Dieser

Hofrat Metelmann war der jüngste Bruder der Mutter von Agnes Karll. Im Jahr 1881 kamen Agnes Karlls Mutter Ida und ihre Schwester nach Gadebusch, um dem Hofrat den Haushalt zu führen.

Ja, und das war auch der Grund, dass sich Agnes Karll häufig in Gadebusch aufhielt.

Nun zurück zu dem besagten Schild am Haus Nr. 14 :

Die Inschrift war eine meiner ersten „Begegnungen“ mit dem Namen Agnes Karll, neben der hier nach ihr benannten Straße.

Bis dahin hat mir der Name – wenn ich ehrlich bin - nichts gesagt.

Auf dem Schild ist vermerkt, dass die Generaloberin Agnes Karll die Reformerin der deutschen Krankenpflege war,

dass sie 1903 die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands, dem heutigen Deutschen Berufsverband für Krankenpflege gründete und

-den Begriff der Krankenschwester prägte,

und es ist auch vermerkt,

-das die einstige Präsidentin des International Council of Nurces, (dazu komme ich später), oft in diesem Haus zu Besuch weilte,

-das nach dem Tod von Agnes Karll die Trauerfeier hier, in dieser Kirche stattfand und

-das sich ihr Grab auf dem evangelischen Friedhof in Gadebusch befindet.

Ich gehe aber davon aus, dass es andere Gründe gab, mich zu bitten, die heutige Festrede zu halten und es nichts mit meinem Büro in der Steinstraße 14 und der damit zufälligen Beziehung zu Agnes Karll zu tun hat ??

Dem Wunsch, die Festrede aus Anlass des 150. Geburtstages von Agnes Karll zu halten, bin ich jedenfalls sehr gern nachgekommen und ich möchte mich bei Ihnen daher sehr herzlich für die Einladung bedanken und dafür, dass ich im Namen der CDU-Landtagsfraktion an der heutigen Festveranstaltung zum Gedenken und zur Würdigung des Lebens von Agnes Karll teilnehmen darf.

Ich danke ausdrücklich der Stadt Gadebusch mit ihrem Bürgermeister , Herrn Howest und dem Vorsitzenden des Kultur- und Bildungsausschusses der Stadtvertretung, Herrn Leuchtemann, sowie denjenigen, die ihn unterstützt haben, für die Organisation dieser Gedenkveranstaltung.

Mein Dank richtet sich darüber hinaus an die stellvertrendende Bürgermeisterin Frau Schafranski, die sich im Vorfeld sehr für diesen Tag mit allen Beteiligten eingesetzt hat.

Ich freue mich, dass Vertreterinnen des Deutschen Berufsverbandes der Pflegekräfte und deren Sprecherin Frau Knüppel, an der heutigen Gedenkfeier teilnehmen.

Nun, in Vorbereitung auf den heutigen Tag habe ich mich etwas mehr mit Agnes Karll beschäftigt.

Wobei ich sicher nicht halb so tief, wie die Schüler der Klasse 9d des hiesigen Gymnasiums, in ihre Lebensgeschichte eingedrungen bin.

Die Klasse hat sich in einem Projekt zum 150. Geburtstag von Agnes Karll mit ihr und ihrem Wirken beschäftigt - und für mich kann ich behaupten, die Recherche hat Freude gemacht, Agnes Karll war eine wirklich faszinierende Persönlichkeit ihrer Zeit!

Sollte ich jetzt vielleicht trotzdem - aus Sicht derjenigen, die sich viel eingehender als ich mit ihrem Leben und Wirken beschäftigt haben – nicht auf alles eingehen, oder aus Ihrer Sicht vielleicht zu oberflächlich - sehen Sie es mir bitte nach.

Nach Agnes Karll wurde das Institut für Pflegeforschung in Berlin (AKI), Kliniken in Bad Schwartau und Laatzen,

  • Krankenpflegeschulen in Frankfurt am Main und Tettnang,

  • Straßen in verschiedenen Städten, u.a. hier in Gadebusch benannt.

  • Ebenso erhielten mehrere Altenheime ihren Namen und der

  • Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe lobte in der Vergangenheit wiederholt den „Agnes Karll - Preis“ aus.

Aber wer war nun Agnes Karll – die in der einschlägigen Literatur auch die „deutsche Florence Nightingale“ genannt wird?

1868 in einem kleinen Dorf in der Lüneburger Heide geboren, wäre sie

- der ihre Lehrer überdurchschnittliche Leistungen bescheinigten - gerne Ärztin geworden. Da sie aber

a) aus sehr bescheidenen Verhältnissen kam und

b) eine Frau war,

war das zu ihrer Zeit nicht möglich.

Sie ging deshalb mit 14 Jahren nach Schwerin, um dort eine Lehrerinnen- und Erzieherinnenausbildung zu absolvieren.

Nach dieser Ausbildung kam sie allerdings mit 19 Jahren zu der Erkenntnis, dass ihr der Lehrerberuf nicht liegt und widmete sich von da an beruflich - und mit großem Engagement- der Krankenpflege.

Sie begann 1887 eine Ausbildung als Krankenpflegerin im Clementinenhaus in Hannover, einem Mutterhaus des Roten Kreuzes.

Diese Haus hat sie zunächst sehr beeindruckt, was ich ihnen gern mit einer Passage aus einem Brief von Agnes Karll an ihre Mutter näher bringen möchte:

Das Clementinenhaus ist ein stattliches Gebäude aus gelben und roten Steinen, innen geräumig und behaglich eingerichtet. ... Die Tracht besteht aus weißen Hauben mit hochstehender Tolle. Das Kleid zur Arbeit blau mit weißen Pünktchen, krauser Rock und Taille aneinander, dazu ein runder Kragen vom selben Stoff.

Für Sonntag dasselbe in Schwarz. Bei der Arbeit blaugestreifte Schürze, zu den Mahlzeiten weiße. Die Haube ist natürlich zu Anfang etwas lästig.“

Der Brief ist zitiert aus dem Buch von Anna Sticker „Agnes Karll – Die Reformerin der deutschen Krankenpflege“).

Nachdem sie eine Zeit in dem Haus gearbeitet hatte und so die Bedingungen näher kennenlernte, verflog ihre anfängliche Euphorie. Das hing nicht zuletzt auch mit dem - heute würde man sagen: Führungsstil – im Clementinenhaus zusammen. In einem späteren Brief an ihre Mutter schrieb sie: „Die hiesigen Verhältnisse sind einfach unhaltbar, weil Frau Oberin durch ihre grenzenlose Heftigkeit, Strenge und Hochmut es dazu bringen wird, dass auch nicht eine Schwester im Haus bleibt. Es gibt täglich Szene auf Szene ohne Grund.“ (gleiche Quelle wie gerade zitiert)

Nach dieser Ausbildung arbeitete sie zunächst in verschiedenen Kliniken in Göttingen, Lübeck, und dann wieder im Haus der Clementinen, wo überall vergleichbar schlechte Arbeitsbedingungen für Pflegerinnen herrschten, bevor sie im Jahr 1881 als Privatpflegerin nach Berlin ging.

In dieser Tätigkeit begleitete sie eine Patientin für einige Zeit nach Amerika. Während ihres Aufenthaltes dort lernte sie die Situation in der Amerikanischen Krankenpflege kennen.

Im Vergleich zu Deutschland kam ihr das System wesentlich fortschrittlicher vor, denn z.B. verdienten die amerikanischen Pflegerinnen ungefähr das Doppelte und sie mussten auch nicht so lange arbeiten.

Die Krankenpflege in Deutschland war noch bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts geprägt durch:

  • Lange Arbeitszeiten ohne Pausen von bis zu 20 !!! Stunden täglich
  • Überanstrengung; wenn Urlaub, dann unbezahlt

  • ungesunde Kleidung, z.B. eng geschnürte Korsetts

  • zunächst keine gesetzliche Ausbildungsregelung

  • fehlende soziale Sicherung (keine Alterssicherung )

  • Lohn in der Krankenpflege war nicht der - nur gering gezahlte Obulus -, sondern das „Tun am Nächsten“, also ein karitativer Dienst, und wie im Mittelalter - geprägt vom christlichen Ideal der Nächstenliebe.

Vor dem Hintergrund ihrer in Amerika gesammelten Erfahrungen und mit ca. 10 Jahren Berufserfahrung als Privatpflegerin und ca. 2 Jahren als Versicherungsangestellte, gründete sie am 11. Januar 1903 in Berlin die Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands (B.O.K.D.)

Ziel war es, die Pflege zu einem professionellen Beruf weiter

zu entwickeln, eine soziale Absicherung der beruflich Pflegenden zu schaffen, sowie die Pflegerinnen vor Gesundheitsschäden zu schützen.

Ein besonders Anliegen war es ihr, dass diese Organisation allen Mitgliedern Versicherungsleistungen bei Krankheit und im Alter bot. Alle Schwestern, die Mitglied „ihres“ Vereins waren, waren versichert.

Der Kampf um bessere Bedingungen in der Pflege wurde zu ihrem Lebensinhalt, und Sie notierte:

Neulich schrieb mir jemand, ich sei ein beneidenswerter Mensch, da ich meine Ideen verwirklichen könne. Ich finde es nicht ganz so behaglich, alleinige Trägerin einer Idee zu sein.

Und das Schlimmste ist: Ich habe die Idee nicht, sie hat mich.

Ihre Ideen prägen bis heute unser Pflege- und Gesundheitssystem.

1904 gründeten England, die USA und Deutschland den International Council of Nurses - Weltbund der Pflegerinnen (ICN). Agnes Karll tritt mit ihrer Organisation, die zu dem Zeitpunkt (ein Jahr nach Gründung) schon 300 Mitglieder hat- dem ICN bei und schon 5 Jahre später wurde sie zu dessen Präsidentin gewählt, was von der Wertschätzung ihrer Arbeit über die Landesgrenzen hinaus zeugte.

Ihr unermüdliches Wirken und ihre Beharrlichkeit brachten relativ schnell erste Erfolge und sie erreichte nach und nach Verbesserungen der z.T. unmenschlichen Bedingungen für die Pflegerinnen. Darüber hinaus erbrachte sie in der Praxis den Beweis, dass gute Krankenpflege auch unter Erwerbsbedingungen möglich war.

Ihr großes Engagement in der Öffentlichkeit trug sicherlich auch dazu bei, dass der Bundesrat 1906 den „Entwurf von Vorschriften über die staatliche Prüfung von Krankenpflegepersonen“ beschloss und 1907 in Preußen die erste gesetzliche Ausbildung für Pflegende in Kraft trat.

Aufgrund ernsthafter gesundheitlicher Probleme zog sich Agnes Karll schon im Alter von 40 Jahren (1909) aus dem Tagesgeschäft ihrer Organisation weitestgehend zurück.

1923 starb sie mit 58 Jahren in Berlin – nun komme ich wieder auf den Anfang meiner Rede zurück – und wurde in Gadebusch im Familiengrab beigesetzt.

Von Agnes Karll möchte ich nun noch einen Bogen in die heutige Zeit spannen:

Wenn wir heute über Pflege sprechen, meinen wir nicht nur die Krankenpflege, dazu gehören genauso die Alten- und die Kinderpflege.

Mittlerweile gibt es eine Reihe von Ausbildungsberufen in der Pflege:

  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in bzw. HelferKinderkrankenpfleger/in bzw. Helfer

  • Altenpfleger/in bzw. Helfer

  • Heilerziehungspfleger/in bzw. Helfer

um nur die bekanntesten zu nennen.

Man kann die Ausbildung rein schulisch oder dual absolvieren und :

- wichtig für Sie als Gymnasiasten - auch ein duales oder kooperatives Studium ist möglich.

Meine Damen und Herren,

Die Organisation der Pflege und des Alters wird nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern in den nächsten Jahrzehnten zentrale Zukunftsaufgabe sein.

Dieser häufig genannte Satz mag eine Binsenweisheit sein, - in einem vom demografischen Wandel so stark betroffenen Bundesland dem wie unserem, stellt diese Feststellung eine Handlungsaufforderung dar.

Dass wir hier in den nächsten Jahren einen zunehmenden Bedarf an qualifizierten Pflegekräften und einer verantwortungsvoll gestalteten Pflege haben, ist unbestrittener Konsens der Regierungsfraktion im Landtag und auch im neu gewählten Bundestag.

Mit steigender Lebenszeit steigen auch die Pflegejahre, auch das ist eine Binsenweisheit.

Nach Berechnungen des Sozialministeriums wird bis 2030 die Anzahl der Pflegebedürftigen um gut 56% weiter zunehmen – eine enorme Herausforderung für Politik, Gesellschaft, Familien und für den gesamten Pflegesektor - zumal gleichzeitig die Zahl der Beitragszahler zurückgehen wird. Darauf müssen wir vorbereitet sein und heute schon die Grundlagen für die „Pflege von morgen“ legen und:

Pflege in vielen Fällen auch neu denken.

¾ aller Pflegebedürftigen wurden Ende 2015 zu Hause betreut, weil dies von vielen Menschen verständlicherweise so gewünscht wird.

Wir verfolgen daher den Ansatz „ambulant vor stationär“ und einen ausgewogenen Mix aus

-professionellen,

-familiären und

-ehrenamtlichen Struktur- und Hilfsangeboten.

Und wir richten unser Augenmerk verstärkt auf die Zeit vor der pflegerischen Versorgung, um noch stärker als bisher die Selbstständigkeit und Eigenversorgung im Alter zu ermöglichen.

Pflege, insbesondere vor Ort ist in den Kommunen eine zentrale, auch finanzielle, Herausforderung. Wir müssen diese örtlichen Versorgungsstrukturen aufbauen und bereithalten, die für ältere Menschen eine umfassende, gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Erst im vergangenen November haben wir unter Beteiligung meiner Fraktion beschlossen, die Pflegesozialpläne der Kommunen und Kreise hin zu seniorenpolitischen Gesamtkonzepten weiterzuentwickeln.

Das ist eine äußerst langfristige Angelegenheit, denn neben

bloßen“ pflegerischen Versorgungsaspekten müssen diese Gesamtkonzepte dann sämtliche Lebensbereiche älterer Menschen abdecken.

Die Themen des barrierefreien Wohnens, Mobilitätsangebote, Versorgung mit Sach- und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, Teilhabe, Unterstützungsangebote für Angehörige oder

Maßnahmen zur Gesundheits-, Hospiz- und Palliativversorgung werden aufgegriffen.

Politik und - sehr wohl auch die Landespolitik- , widmet sich diesen Zukunftsfeld also sehr konkret, von einem „wegmogeln“ kann deshalb nicht die Rede sein.

Meine Damen und Herren,

der Mangel an Fachkräften in der Pflege (aber nicht nur dort, sondern im gesamten Sozial- und Bildungsbereich, aber auch im Handwerk und Gewerbe) ist allerorts spürbar.

Einen Notstand in der Pflege haben wir hingegen nicht. Deutschland verfügt über eine solide aufgestellte Pflegeversicherung mit Rücklagen, sowie ein breites Pflegenetz in den Kommunen.

Dennoch bleibt die Gewinnung von Fachkräften eine Daueraufgabe, - der wir uns zugegebenermaßen schon früher hätten aktiv widmen müssen. Der in der letzten Woche beschlossene Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD setzt im Bund dazu wichtige Impulse.

An dieser Stelle liegt es mir am Herzen ganz klar festzustellen:

unsere Ansprüche und unsere Erwartungshaltung haben sich immer weiter entwickelt und sind zwischenzeitlich auf einem wirklich hohen Niveau angekommen! Es liegt wohl in unserer Natur, mit dem Erreichten nie zufrieden zu sein...?

In internationalen Bereich – auch europäischen Ländern - werden wir um unser System der Kranken- und Altenpflege beneidet.

Das bedeutet nicht, dass es nicht weitere Möglichkeiten der Verbesserung gibt, nach oben sind da keine Grenzen gesetzt.

Ich möchte Sie aber daran erinnern: bis 1995 musste man für seine eventuell notwendige spätere Pflege selbst vorsorgen, vieles wurde auch in den Familien gemacht.

Mit Einführung der Pflegeversicherung wurde die Pflege an Pflegedienste oder Pflegeheime übertragen - und nun befindet sich unsere Gesellschaft in einem Dilemma:Auf der einen Seite möchten wir, einen Pflegeschlüssel, der eine optimale Pflege unser Angehörigen sichert, am liebsten eine 1:1 - Betreuung.

Auf der anderen Seite kenne ich nur wenige Bürger, die bereit sind, höhere Abgaben für die Pflegeversicherung (dasselbe gilt übrigens für die Krankenversicherung) zu zahlen.

Und beim Thema Fachkräfte bzw. Fachkräftemangel:

Wir freuen uns darüber, immer älter zu werden und vielen gelingt es, ihre Gesundheit bis zu ihrem Lebensende zu erhalten.

Wie ich bereits ausführte, werden wir in einigen Jahren weitaus mehr Pflegefälle als heute haben. Das heißt:

-wir brauchen mehr Altenpfleger,

-wir brauchen aber auch mehr Erzieher,

-wir brauchen mehr Krankenpfleger.

Diese Berufe konkurrieren praktisch miteinander – wir möchten sie aber nicht gegeneinander ausspielen.

Das neue Pflegeberufegesetz des Bundes trägt diesem Rechnung, da mit der neuen, gemeinsamen Ausbildung in den ersten beiden Jahren die Fachkräfte künftig in allen Pflegebereichen tätig sein können. Und eine weitere, wirklich längst überfällige Regelung wurde getroffen:

Zukünftig, ab 2020, wird kein Schulgeld mehr gezahlt und die Auszubildenden haben Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung. Auch hier gilt der Satz, den ich vorhin schon nannte: dies hätte früher im Fokus stehen müssen.

CDU-Fraktion verhandeln wir im Augenblick mit unseren Koalitionspartner, mit der Umsetzung des Pflegeberufegesetzes bereits im nächsten Jahr zu beginnen. Unser Partner tut sich da noch sehr schwer zuzustimmen...

Dabei ist unbestreitbar: die Behebung des Fachkräftemangels liegt allen Beteiligten sehr am Herzen.

Und noch eine Sache gilt es zunehmend zu beachten: Nicht nur die Politik, sondern auch die „Pflege – Unternehmen“ haben eine große Verantwortung, wenn es um das Thema Verbesserungen in der Pflege geht.

Werte Schülerinnen und Schüler,

an Sie möchte ich appellieren, ja es ist mir an dieser Stelle ein Bedürfnis junge Menschen, also auch Sie, zu ermutigen einen Beruf in der Pflege zu ergreifen!! Dieser Beruf ist auch immer eine Berufung, denn bei aller Anstrengung kann es sehr erfüllend sein, Menschen zu helfen.

Verehrte Gäste, meine Damen und Herren,

wir sind auf gutem Wege und Agnes Karll hätte trotz aller Herausforderungen sicher ihre Freude daran, was aus ihrem Engagement für die Pflege wurde !

Davon bin ich überzeugt!

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

 

 

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